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Mit Wanderschuh und Rucksack geht´s auf in die wunderschöne
Landschaft rund um Todtmoos. Durch wildromantische Schluchten,
auf Waldwegen entlang, vorbei am Wasserfall in Hintertodtmoos - erwandern Sie
die erholsame Natur und die frische  Luft unseres heilklimatischen Kurortes,
tanken Sie neue Energie. Herrliche Aussichtspunkte erwarten Sie auf dem ca. 100 km
umfassenden, ausgeschilderten  Wegenetz. Ob Blick zum Rheintal vom Glaserberg oder Sicht auf
die Schweizer  Alpen vom Hochkopfturm - geniessen Sie unsere Wanderwege mit  Ausblick. 

Haben Sie Lust auf eine geführte Kräuterwanderung oder eine  Tour mit unserem Förster? Möchten
Sie unseren Wanderführern in die traumhafte  Umgebung von Todtmoos folgen?
Wir bieten dieses Jahr mehr als 100 Termine mit  geführten Wanderungen und Nordic Walking Touren an.

Die Besiedlung des oberen  Wiesentales geht in das Ende des 6. Jahrhunderts zurück, als die von  Norddeutschland nach Süden stoßenden Alemannen sich in den Haupttälern des  Südschwarzwaldes ansiedelten. Der Name Todtnau erscheint erstmals 1025 in einer  Urkunde Kaiser Konrads II., durch die dieser dem Kloster Murbach im Elsaß Besitz, Immunität, Zollfreiheit im Reich und freie Abtwahl bestätigt und die von  seinem Vorgänger, Kaiser Heinrich II., entzogenen und an Bischof Adalberdo von Basel verliehenen Grundstücke von Hettenheim (Ettenheim?), Wasenweiler und  "Toutenouua" zurück gibt. Aus der ursprünglichen Schreibweise wurde später Tottenowe, Totteno, Tottenowa, Totnuouwe, Totonow bzw. Dottonow und schließlich  Todtnau. Grundherren waren im 11. Jahrhundert das Kloster Murbach, der Bischof von Basel, die Edlen von Gränchen und danach durch schenkungsweise Übernahme das  Kloster St. Blasien.

Als sogen. Schirmvögte waren seit 1125 die Zähringer im Besitz der hohen Gerichtsbarkeit. Mit Berthold V.  starb das Geschlecht der Zähringer 1218 aus. Die Herren von Staufen erscheinen als neue Vögte. 1288, dem Gründungsjahr der Pfarrei Todtnau, wirkte Otto von  Staufen beim Talrecht von 1321 Diethelm von Staufen mit. Ihnen folgten die Grafen von Freiburg. Nach der ereignisreichen Schlacht 1366 zählte Todtnau  fortan - bis zum Jahre 1805 - zu Vorderösterreich. Nahezu 450 Jahre huldigten -  so der Chronist - die Todtnauer den Erzherzögen von Österreich. Durch den  Frieden von Preßburg (1805) wurde der Breisgau dem Kurfürsten von Baden  zugeteilt und damit auch Todtnau badisch. Am 24. Juli 1809 verlieh schließlich Großherzog Karl Friedrich dem 1.271 Einwohner zählenden Marktflecken (seit 1768) und Vogteiort Todtnau die Rechte und Vorzüge einer Stadt. Das heutige Stadtbild  entstand nach dem Großbrand, der 1876 den gesamten Ortskern mit der s. Zt. "im Tal" stehenden Kirche und das sogen. Oberdorf (Oberstraße) zerstörte.

Nach der im Jahre 1972 bzw.  1974 im Zuge der Gemeindereform erfolgten Eingliederung der Nachbargemeinden Schlechtnau, Aftersteg, Muggenbrunn, Todtnauberg, Geschwend und Präg (mit  Stadtteil Herrenschwand) präsentiert sich die Stadt Todtnau heute als ein Gemeinwesen, das in seiner langen wechselhaften Geschichte schon einmal ähnliche Größe erreicht hatte, bildeten doch die heutigen Stadtteile, Geschwend und Präg  mit Herrenschwand ausgenommen, bis zur Wiedererlangung der Selbstverwaltung 1809  über 500 Jahre lang die Talvogtei Todtnau.

 

 

 

Folgende Chroniken sind  erhältlich:

Im örtlichen Buchhandel: "TODTNAU Stadt und Ferienland im südlichen Hochschwarzwald", erschienen 1990.

Bei der Ortsverwaltung Todtnauberg: "Geschichte des Dorfes Todtnauberg", erschienen 1966.

Bei der Ortsverwaltung Präg: "700 Jahre Ortsgeschichte und Chronik von Präg und Herrenschwand", erschienen 1995.

Bei der Ortsverwaltung Aftersteg: "Ein Schwarzwalddorf im Wandel der Zeit", erschienen 1999

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über den Ort Präg finden sich im 14.Jahrhundert. Damals stößt man auf den Namen Bregga, was, wie der Chronist schreibt, keltischen Ursprungs ist und Bergbach - das Dorf am Bergbach - heißt. Es ist anzunehmen, daß durch Ansiedlung einzelner landwirtschaftlicher Gehöfte der Ort entstanden ist. Die  Landwirtschaft hat auch immer in der Geschichte von Präg die dominierende Rolle  gespielt. Präg weist unter den Stadtteilen Todtnaus schon seine Besonderheiten  aus, gerade in geologischer Hinsicht. Hier schreibt der bekannte Geologe Dr.  Pfannenstiel an den Verfasser der Präger Ortschronik: „Es ist nun Präg, das Juwel der Glaziallandschaft des Schwarzwaldes und vor allem gibt es sonst keine  Stelle im weiten Erdenrund, wo 7 Gletscher in einem Punkt zusammenlaufen. Ich  habe die große Literatur gründlich untersucht und nichts Analoges gefunden.“  Diesen Ereignissen aus der Vorgeschichte verdanken wir es, daß sich hier ein  einmalig schöner Gletscherkessel gebildet hat. Ein Übrigbleibsel des damaligen  Gletschers aus der Würmeiszeit, der eine Ausdehnung von 10 Quadratkilometer hatte, sind heute noch die Präger-Seen, die ohne Zulauf je nach Wetterlage kommen und gehen.

 

Mit seinen 1363 ha ist Präg, mit dem Ortsteil Herrenschwand, flächenmäßig der größte Stadtteil. Davon sind 762 ha Wald, der heute durch ein ausgedehntes Waldwegenetz gut erschlossen ist. Nach  dieser großen Waldfläche nehmen die Almendweiden (Gemeinschaftsweiden im Gemeindebesitz) den zweiten Platz ein. Sie ermöglichten es, daß in Präg fast in  jedem Haus Landwirtschaft betrieben wurde. Immer wurde diese Landwirtschaft jedoch im Nebenerwerb betrieben. Wie sehr nun diese Landwirtschaft dem Wandel  der Zeit unterworfen ist, zeigt sich daran, daß es 1950 in Präg und Herrenschwand noch 70 Betriebe waren wo Vieh gehalten wurde, heute sind es noch  31 Betriebe. Die Viehzahl betrug 1950 365 Stück, heute werden noch etwa 160 Stück Vieh gehalten. Ein Opfer der Zeit wurde auch die Ziegenhaltung, die heute ganz verschwunden ist. 1950 gab es in den Sommermonaten noch eine eigene Ziegenherde mit etwa 80 Stück. Auch ein Betriebszweig der Landwirtschaft, der  ganz ausgestorben ist, ist die Aufzucht von Zugochsen, welche durch die  Mechanisierung der Betriebe verdrängt wurden. Die Jungviehweide Präger Böden  wurde noch in den 50ger Jahren nur von einheimischem Vieh besetzt. Die etwa 90 Stück Vieh große Herde bestand zum großen Teil aus Jungochsen, die dann nach  zweijähriger Weidezeit als Zugtiere verkauft wurden. Als dann die Gemeinde 1956 eine Viehhütte mit Wirtschaftsbetrieb baute, glaubte man die Viehaufzucht  intensivieren zu können, jedoch weidet heute kein einheimisches Vieh mehr dort. Um die Landschaft offen zu halten, mußte man andere Wege gehen und so kam es,  daß man heute eine schwarzbunte Herde sieht, Vieh aus dem Hegau. Selbst die ortsnahen Kuhweiden erwiesen sich in den letzten Jahren nach immer geringeren  Kuhzahlen als zu groß, so daß man an eine Unterteilung ging und noch eine Jungviehweide mit Fremdvieh einrichtete. So sind es bis zu 150 Tiere von auswärts, die in Präg jeden Sommer ihre Sommerfrische genießen. Noch in seiner Selbständigkeit, anfang der 70iger Jahre, begannen Präg und Herrenschwand mit  der Flurbereinigung, welche Inzwischen erfolgreich abgeschlossen wurde. Wohl  sind die Wiesen dadurch nicht ebener geworden, aber für den Einzelnen größer und  damit besser zu bewirtschaften. Leider, und das muß auch gesagt werden, hat  diese Flurbereinigung keine Belebung der Landwirtschaft gebracht.  Das hat natürlich jedoch andere Gründe, daß  die Landwirtschaft immer mehr rückläufig ist, diese aufzuzeigen würden den  Rahmen dieses Berichtes sprengen.

 

Nun, wenn die Landwirtschaft nur im  Nebenerwerb betrieben wird, muß man sich die Frage stellen, von was leben die Präger eigentlich?  Präg weist keine Industrie aus. Geringe Ansätze waren einmal vorhanden, sind heute aber verschwunden. Vor dem 2. Weltkrieg war es eine gewisse Heimindustrie, die in vielen Häusern betrieben wurde und im Herstellen von Holzwaren, wie Kochlöffeln  und Kleiderbügeln, bestand.  Zwar ist Präg heute noch das klassische Dorf der Heimarbeit, die sich natürlich in einer  ganz anderen Form darstellt, Heimarbeit durch die Metallwerke Todtnau, welche ein bedeutender Faktor auf dem Verdienstsektor ist. Die Industrie in Todtnau und Schönau liefert natürlich auch für viele Präger die Arbeitsplätze; nicht zuletzt  auch der Wald mit seiner Holzhauerei. Zu all diesen Verdienstmöglichkeiten hat sich seit den 50iger Jahren eine neue, nicht unbedeutende Verdienstquelle im Fremdenbetrieb entwickelt. 1955 fing man an mit einem Ortsprospekt zu  werben.  Heute werden immerhin pro Jahr etwa 35.000 Übernachtungen gezählt Es ist besonders der Gast, der Ruhe und eine „intakte“ Landschaft sucht, welcher Präg als Urlaubsort auswählt. Hier findet er  einen Ort, der eigentlich keine bauliche Entwicklung, sprich Neubaugebiet,  mitgemacht hat, hier ist noch die größte Substanz alter, in ihrer äußeren Form erhaltener Schwarzwaldhäuser vorhanden. Auch im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ hat Präg einige Erfolge aufzuweisen. So gewann es im Jahre 1978  den Kreiswettbewerb und bekam 1979 im Landeswettbewerb eine bronzene  Medaille.

 

Hart wurde die Gemeinde auch in den  beiden Weltkriegen getroffen.  Aus dem 2. Weltkrieg sind 18 Söhne unserer Gemeinde nicht mehr heimgekehrt und haben Trauer und Leid hinterlassen.

Präg entwickelte auch schon immer eine rege Vereinstätigkeit.  Der Musikverein, der mit seinen 40 aktiven Mitgliedern auf einem Höhepunkt steht, kann auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. In der Ski-Zunft, die weit über den Ort hinaus bekannt ist,  besitzt Präg einen sehr rührigen Verein. Auch der Gesang wurde in einem Männerchor, wie in einem Gemischten Chor, schon gepflegt, ist jedoch jeweils an der Dirigentenfrage wieder gescheitert. Heute singen Präger Sänger im  Kirchenchor in Geschwend mit. Mit der Narrenclique ist nun ein neuer Kulturzweig  aktiv geworden. Mit eigenen Masken und Häs sind sie an Fastnacht 1984 erstmals aufgetreten.

 

Bei dieser Darstellung der Gemeinde  soll auch nicht vergessen werden, sich an die großen Männer zu erinnern, die  Präg hervorgebracht hat. Geistlicher Rat, Pfarrer Adolf Böhler, ein Sohn unserer Gemeinde, der als Ehrenbürger hochbetagt 1973 gestorben ist. Er ist auch der Verfasser der Ortschronik. Aber auch in Dr. Eduard Lais, dem ehemaligen Wirtschaftsminister des damaligen Landes Südbaden, hat Präg eine bekannte  Persönlichkeit. Auch die Verdienste, die sich der ehemalige Bürgermeister Friedrich Dietsche aus Herrenschwand für die Gemeinde erworben hat, wurden vom damaligen Gemeinderat durch die Verleihung der Ehrenbürgerrechte anerkannt.

 

Leider mußte Präg in jüngster Zeit,  hervorgerufen durch die immer mehr sinkenden Geburtenzahlen, seine Grundschule  abgeben, ein Umstand, durch den auch ein Stück Selbständigkeit verloren ging.  Des einen Leid ist jedoch des andern Freud. Jetzt wird das Schulgebäude in ein  „Haus der Vereine“ umgebaut.

 

Jeder, der den Talkessel von Präg  kennt, weiß auch um den Kampf, den der Ort schon viele Jahre um einen besseren  Fernsehempfang führt.  Nun ist der Erfolg  sichtbar, indem das Kabelfernsehen in Präg Wirklichkeit wird.

 

Diese Berichte der einzelnen Stadtteile werden geschrieben aus Anlaß der 10jährigen Gemeindereform. Nun erwartet man natürlich ein Urteil des jeweiligen Ortsvorstehers über die  Vergangenheit, sowie was er sich für die Zukunft wünscht. Sicher war es  schmerzlich, sich mit der Tatsache abfinden zu müssen, die Selbständigkeit zu verlieren. In der Eingemeindung war jedoch die Chance gegeben, schwerpunktmäßig  zu arbeiten. Ich glaube, daß diese Chance genutzt wurde, so daß viele Vorurteile heute abgebaut sind. Für die Zukunft wünsche ich mir, daß es immer wieder  gelingen möge, Frauen und Männer zu finden, im Ortschaftsrat, im Gemeinderat und  in der Verwaltung, die gewillt und fähig sind, miteinander und füreinander  unseren Lebensraum so zu gestalten, daß er auch für die Zukunft lebenswert  bleibt.